Ich versuche, glücklich zu sein. Ich weiß nicht, was das ist. Nicht genau. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass das ein zu großes Ziel ist. Klar, jeder möchte "glücklich" sein - aber was bedeutet denn das nun genau?
Ich habe kaum Vokabular für angenehme Empfindungen. Für den Schmerz und die Not dagegen unglaublich viele. In all den Jahren, ist aus Leid und Grauen und Fallen und Verzweiflung und Todeswunsch und Überforderung und Ohnmacht und Ersticken und Kummer und Unglück - daraus ist ein Sprachwerk entstanden, das bis ins allerkleiste Detail Worte hat.
"Gut" dagegen war, wenn es nicht weh tat. "Gut" war die Abwesenheit von Flashbacks, war weniger Kotzen, weniger Schneiden, war besonders zerschundene und kaputtgelaufene Füße, mehr Kilometer und längere Strecken, war weniger Gewicht und mehr Knochen, war weniger Essen und Trinken und so gut wie gar nichts fühlen und erinnern müssen. "Gut" war exzellente Noten und Lob von außen.
"Gut" ist aber kein Gefühl, "schlecht" übrigens auch nicht. Beides ist eine Wertung.
"Okay" ist auch keines und doch verwende ich es fast immer, wenn ich gefragt werde, wie es mir geht.
Weil ich immer noch keine Begriffe für etwas habe, was nicht Schmerz ist und auch nicht - ja, was?
Glück?
Gibt es Menschen, die von sich selbst sagen, sie sind glücklich? So pauschal?
Was ist das, dieses Wort?
Es macht mir Angst.
Ich glaube, mit "zufrieden" könnte ich mich arrangieren. Als Ziel. Aber dann klingt es mir doch wieder zu satt und behäbig und verharrend.
Halten wir fest: Ich habe keine Ahnung, wie es mir geht, wenn
"wie geht es dir?" halte ich auch für die dümmste und unnötigste weil überflüssigste frage der welt. smalltalk verbietet perse eine so eigentlich wichtige frage und wertet sie über diese form die inflationierung als erste, beiläufige frage zu tiefst ab.
AntwortenLöschenauf der semantischen ebene eine begriffliche herabstufung vorzunehmen, wurd oft versucht also von glück auf zufriedenheit zb abzusteigen - bescheidenheit hat ja stets charme, aber ich bleibe bei dieser frage eher bei schopenhauer's eudämonlogie, also glück als die verminderung des schmerzes zu sehen. sowieso sind begriffe wie glück oder gerechtigkeit natürlich welche, die man besser ne anfasst, weil da kann man sich fast nur dran verbrennen ;-) zwar versucht die wissenschaft es zu vermessen, inzw auch sehr groß und relativ gut, aber es is wie mit dem homo oeaconomicus, am ende is er doch ne nur rational, und emotionalität is sehr viel schwerer zu messen und zu vergleichen, und damit au wenig valide... idS gl&lg!
Ein bisschen was zum Aussuchen...
AntwortenLöschenglücklich - freudig - erwartungsvoll - ausgeglichen - zufrieden - hoffnungsvoll - stolz - sicher - geborgen - befreit - erleichtert - energievoll...
<3
So einen Kommentar wollte ich auch schreiben - aber Anna hat natürlich mal wieder die besten, passenden Worte gefunden - und war schneller. Mäh. ♡
Löschenangeregt, aufgedreht, ausgeglichen, befreit, befriedigt, begeistert, behaglich, belebt, beruhigt, berührt, beschwingt, bewegt, dankbar, eifrig, engagiert, energiegeladen, enthusiastisch, entlastet, entschlossen, entspannt, entzückt, erfreut, erfrischt, erfüllt, ergriffen, erleichtert, ermutigt, erwartungsvoll, fasziniert, freudig, froh, fröhlich, gefesselt, gelassen, mutig, gerührt, gespannt, glücklich, gutgelaunt, heiter, hellwach, hocherfreut, hoffnungsvoll, inspiriert, klar, kraftvoll, locker, lustig, motiviert, munter, neugierig, optimistisch, präsent, ruhig, selbstsicher, selbstzufrieden, sicher, still, überglücklich, überrascht, überwältigt, vergnügt, verwundert, wach, zufrieden, zugeneigt
AntwortenLöschenIch glaube Glück, das sind einfach viele kleine Momente.
Ich glaube nicht an das große Glück.
Ich finde, man kann in jedem Moment, in jeder Situation auch Glück finden, manchmal schon in dem Moment, manchmal wird es einem erst hinterher bewusst.
Ich habe allerdings auch oft Schwierigkeiten damit, mich zu artikulieren, wenn es mir gut geht.
Meist ist es nur eine fragile Gestalt und ich habe zu viel Angst, dass es im nächsten Moment wieder etwas anderes als gut ist.
Ich finde, zufrieden ist ein sehr schöner und angenehmer Zustand, einfach ein Augenblick des nicht mehr Wollens, des Annehmens des Moments, des einfach sein dürfens.
Und ich finde, du hast es verdient, zufrieden zu sein.
Und vielleicht darfst du dir auch mal erlauben, glücklich zu sein.
Was immer war, es ist vorbei und wer, wenn nicht wir, hat es verdient, einfach glücklich zu sein und leben zu dürfen und können.
Ganz liebe Grüße,
Alaska
... danke ... mir fällt's grad schwer, alles.
AntwortenLöschenDrück dich <3