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Mittwoch, 26. Oktober 2016

PoEsIe

Sprache, ach!
- zu wenig geschrieben
in den letzten TagenWochenMonaten
(viel gesprochen, das ja, das aber, und das
vielleicht, nun, es ist gut).

Wenn ich bar und bloß
in der Welt stehen musste, vielleicht auch
kniend oder
liegend
zusammengeknüllt wie der begonnene Brief
als man noch Briefe schrieb (eswareinmal),
dann war es oft, so oft
die Sprache, meine Sprache
die mich vor dem
Nacktsein schützte
oder ich trug meine Haut gleichsam mit merkwürdigem
Stolz
die Narben rosaweiss
unversteckt.

Nicht das Sprechen war es,
das ich meine
sprechen bedeutet nicht unbedingt auch eine Sprache zu haben
und eine Sprache
( - meine, deine - )
kann geflüstert
kann stumm
kann gedacht
geschrieben
gemalt
gefühlt
-


Wenn ich bar und bloß
aber nicht völlig einsam
weil die Worte in mir flüsterten
und die Sätze mich wiegten
(nicht zu verwechseln, bitte, mit
wogen, sie wogen mich nicht, die - meine - Sätze,
ihnen war mein
Gewicht
gleichermaßen egal, wenigstens ihnen)
dann gab es sowas wie
Trost
in alldem
für das es
letztlich
so wenig Worte gibt.



Darum, so kostbar
das Flüstern der Sprache
Worte
Gedichte
in mir, in dir,
weniger nackt
im Innern
ein bisschen bedeckt
ein bisschen getröstet
ein bisschen gewärmt
und
aus-
gehalten
wider den Fall.


Sprache, ach!
Zu wenig daran gedacht, erinnert,
in diesen letzten
tosenden Wochen.

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