http://freudichdoch.blogspot.de/

Freitag, 17. Juli 2015

Zum Davonlaufen


Bewegungsteufel
Du sitzt direkt unter der Haut.
Ein Kribbeln
ein leiser Schmerz
ein Knäuel Übelkeit im Magen
und ein Sturm im Kopf.
SportFitnessFitspoGymLaufenCrossfitRunKrafttrainingWorkoutExerciseSchwimmenMuskelnDefiniertSixpackSportlichFitAktivBewegung
mehrmehrmehr-intensiver, noch
mehrmehrmehr, noch
GesundWichtigLifestyleBMIFatfreebodymassAttraktivStrongnotskinnyFitisthenewskinny
Es ist Einstellungssache!
Wenn du was auf dich
- unddeinenkörper -
hältst!!
BauchfettTrunkfatKörperfettanteilKalorienCheatday -
Sturm
im Kopf.




In all den vielen Jahren meiner Esssstörung, war der Bewegungszwang und die daraus resultierenden Rituale, Gebote und Verbote für mich am belastendsten. Ja fressen und kotzen ist scheisse, richtig scheisse, es ruiniert einen körperlich und psychisch. Aber gelang es mir zumindest phasenweise mich davon zu distanzieren.
Anders bei der Bewegung. Neben dem magersuchtstypischen Herumgezappel und stehen-statt-sitzen und ich-muss-unbedingt-noch-schnell-hierhin-nein-dorthin, wanderte ich stundenlang stramm durch Gegend. Ich weisßnicht mehr, wie oft ich mit blutenden Füßen nach Hause kam, im Winter apathisch vor Kälte, im Sommer kurz vor einem Hitzschlag.
Gründe gab es viele und wenn ich einen vergaß, musste ich mich nur umsehen: Deutschland wird immer fetter, Schuld ist Bewegungsmangel! Bewegung schützt vor *( *wahlweise einzusetzen)!
Ja, Bewegung ist wichtig und gut und so nahmen auch Ärzte und Therapeuten das Problem nicht so ernst. Es war scheinbar meine geringste Baustelle und man ließ mich laufen (mit wenigen kurzfristigen Ausnahmen), solange ich aß.
Es machte keinen Spaß. Das Langstreckenlaufen, dazu werde ich gesondert bloggen, der richtige Sport, das war ungefähr zur Hälfte bis zu Dreiviertel schön und gab mir etwas. Das Herumwandern nicht, das war entsetzliche Qual.
Aber – wer sich nicht bewegt, wird fett. Also marschierte ich.

Vor etwa einem Jahr habe ich damit aufgehört. Es ist mein vielleicht größter Sieg und macht mich bisweilen immer noch staunend. Und ich bin so erleichtert!
Aber ich bin nicht völlig frei von dem alten Drang. Die Gedanken stürmen oft mein Bewusstsein, besonders, wenn ich zu viel freie Zeit habe wie momentan. Es fällt mir schwer, zu differenzieren, was gesund ist und was nicht. Ich lese viel dazu und verirre mich in der Vielzahl der Meinungen.
Denn ich will ja all das sein. Sportlich, fit, aktiv, bewegungsfreudig.

3 Kommentare:

  1. Hallo Anima,

    Wow. DIE Gedanken. Die kenn ich. Wenn du irgendwann mal einen Tipp hast, wie man die abschalten kann, her damit. Das wäre eine Revolution - Gedankenkontrolle des Individuums. :-/

    Wie vielen recoverten (?) Essgestörten es wohl genauso geht? Wie viele plagen noch immer diese Gedanken, während jeder andere Mensch im Umfeld dies nicht einmal erahnt? Überhaupt, wie viel Prozent von einem selbst ist es, das andere von außen wahrnehmen? Oder nimmt in Wirklichkeit nur jeder seine eigene Wirklichkeit wahr?
    Die Gedanken der Essstörung werden hoffentlich mit der Zeit immer schwächer. Je weniger man ihnen nachgeht. Ich weiß nicht, ob sie jemals bedeutungslos werden. Und ob es jemanden gibt, der von sich behauptet, er esse nun komplett wieder so wie "davor" und denke dabei kein bisschen mehr so, wie während der Essstörung. Vielleicht gibt es ja tatsächlich solche Menschen. Aber ich weiß nicht, ob diese die Wahrheit sagen. Oder ob sie bloß verleugnen.

    Jedenfalls schreibst du unglaublich toll. Deine Art zu Schreiben, macht dich zu jemand ganz Besonderen. Bitte höre nicht damit auf! Nie. Mit dem Gesundsein (oder -werden) - mit dem Dusein!

    Danke, dass du andere Menschen Anteil an deinen Gedanken nehmen lässt.

    Alles liebe.

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Anima,
    ich weiss nicht, ob es das irgendwo hier gibt. Gegessen habe ich es zumindest in Lindau zum ersten Mal:)
    Gerade bin ich zurück von London und wäre so gerne immer noch dort. Es ist so heiss hier in der Schweiz...
    Ich drück dich,
    Emilia

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Anima.
    Aber haben deine Eltern dir damals geglaubt, dass du krank bist? Haben Sie zu dir gestanden? Oder haben sie auch bagatellisiert? Wussten sie von deinen Traumata?

    Danke fürs Mutmachen <3 Meinen Hund kann ich schon ganz gut anschauen. Der starrt auch super zurück :D Ich kann ja mal gucken, wie es mit Kleinkindern geht.

    Fühl dich umarmt, wenn du magst <3

    AntwortenLöschen