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Montag, 27. Juli 2015

Immer wieder - du.

Wenn es mir schlecht geht, ist meine Sehnsucht nach dir besonders groß. Obwohl du nie, nicht ein einziges Mal, für mich da gewesen bist. Du hast mich nie in den Arm genommen, so fest, dass wir Herzschlag an Herzschlag waren, so fest, dass mich deine Wärme auftaute, so fest, dass ich nicht mehr das Gefühl hatte, zu fallen.
Wenn es mir schlecht ging, hast du dich extra weit von mir entfernt. Du würdest sagen, um dich zu schützen. Und ich bin zu müde, um zu erwidern, dass ich dir nie wehtun wollte.
Ich stelle mir vor ich könnte nach Hause kommen zu dir. In deine Arme. Dein Babybauch zwischen uns, dein Geruch nach Body shop musque in der Luft, dein Blondharr neben meinem Blondhaar. Drei Herzen, dicht an dicht.
Ich stelle mir vor, dass ich zart gegen deine Bauchdecke klopfe und "Hallo Kleine" sage. Dass du leise stöhnst und erzählst, wie sie dich nachts wachhält. Dein Mann kommt aus der Küche und lächelt unsicher. Wir kennen uns kaum. Er winkt uns nach draußen auf den Balkon, wo wir Kuchen essen und Kaffee trinken. Ich werde Kuchen essen. Und es wird okay sein. Ich werde Fragen stellen und du wirst erzählen und später wirst du Fragen stellen und ich werde erzählen. Und die Zeit wird vergehen, bis ich irgendwann aufstehe und zum Zug muss. Beim Abschied wirst du mich fest in die Arme nehmen und mir leise sagen, dass du stolz auf mich bist. Wie groß deine Angst war, mich zu verlieren, so groß, dass du den Abstand gewählt hast. Aber dass du unendlich dankbar bist, dass ich jetzt Teil deiner kleinen Familie bleiben werde und dass du möchtest, dass ich ganz viel mitbekomme von allem. Und ich werde antworten, dass ich dich lieb habe und mich so sehr mit euch freue. Und dann werde ich gehen und meine Schritte werden so leicht sein, als tanzte ich den ganzen Weg bis zum Bahnhof und im Zug werde ich lächeln bis in die Zehenspitzen.


Nicht.
Nicht.
Nicht.



Wenn es mir schlecht geht, vermisse ich dich so sehr. Obwohl es dich nie gab in meinem Leben.







Tränen. Müde. Angst. Intrusionen/Flashbacks. Bedarf. Angst. Zu viel essen. Druck. Anspannung. Es fühlt sich an wie
Versagen.

8 Kommentare:

  1. Liebe Anima,

    solche Posts zu kommentieren finde ich immer besonders schwierig, weil man mit Worten die andere Person sehr verletzen kann und gleichzeitig ist es das Schönste, wenn man selbst so etwas schreibt, wenn man Resonanz bekommt. Weil man liest, dass man gelesen, verstanden und an einen gedacht wird.

    Ich denke an dich!

    Auf meinem alten Blog hat mir mal eine Bloggerin geschrieben, dass in der Gegenwart irgendwann der Moment kommt, in dem man die Vergangenheit ruhen lassen kann, in dem man die Menschen, die man um einen herum hat, als das empfindet, was man sich in der Vergangenheit gewünscht hat.
    Ich wünsche dir, dass du so eine Seelenverwandte findest, eine "beste Freundin", die dir das gibt, was du dir immer gewünscht hast.
    Das muss aber nicht zwingend ebenjene Person sein...

    drück dich,
    Emilia

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    1. Oh Dankeschön:) Inwiefern unterscheidet er sich den von meinem alten Blog? Bin ja immer noch ich, mit all meinen Marotten und so;)

      Puh, es ist ziemlich heftig. Und was macht Emilia? Greift zum iPhone und Maaaaaaaaaaammmmmmmmiiiiiiiiii Hilfeeeeeee!
      Tja, sie hat mir zu mehrfachem nass aufwischen und einen Spritzer Essig geraten. Das hab ich gemacht und jetzt ists legendär: Ein Mix aus Erbrochenem, Essig und dem Gestank von der Kifferei des Nachbars, was immer in unsere Wohnung zieht.
      Da sag ich nur: Geilomat! Flash for free!
      Wär ich Youtuber, würde ich jetzt so voll abgespacet abtanzen, um den Wohlfühlcharakter der Küche zu verdeutlichen. You got it?

      Verflucht, ich hab hab zu viel Sekt auf leeren !agen gehabt:D

      Muahahahahaa.

      Scheisse bin ich kreativ:D Ich hau mich weg. Ich mach jetzt Comedy:)

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    2. Nach drm Sekt und vor dem Bett...
      Ich hab noch nie gekifft. Und das ist auch gut so:)

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  2. Liebe Anima,

    zu gern wüsste ich, wer "sie" ist, die ab und zu in deinen Posts auftaucht... Und dann wieder in dir verschwindet. Sie scheint besonders zu sein, denn du magst sie. Auch wenn sie nicht da ist. Ich kann annähernd nachvollziehen, wie stark dieses Gefühl der Sehnsucht sein muss. Und wie bedingungslos noch dazu..
    Aber vielleicht muss das einen ja nicht zwingend kaputt machen, sondern stärker, wenn man so eine Person im Herzen trägt. Wenn man so stark fühlen kann.
    Wenn jedenfalls mal jemand ein Buch geschrieben hat, das "aus Sehnsucht erstarken" oder so ähnlich heißt, nehm ich es gern! :-)

    Alles liebe,
    special effects

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  3. Zwischen Sehnsucht und Realität bleibst du irgendwie doch du selbst.

    Du bist du selbst, wenn sich deine Wünsche erfüllen. Du bist du selbst, wenn sie es nicht tun.

    Du bist "bei dir", egal ob mit jemand anderen oder ohne. Ich möchte nicht herzlos klingen (obwohl ich fürchte, dass ich dies tue), denn ich kann deinen Text gut nachvollziehen, denke ich... Auf einer sehr persönlichen Ebene.

    Nur der "distanziertere" Teil von mir denkt sich dabei: Das Problem ist nicht die An- oder Abwesenheit anderer. Anderer Menschen oder anderer Situationen. Das Problem ist, selbst nicht mit den gegebenen Umständen umgehen zu können. Aber das ist nur meine Sichtweise; ich will nicht behaupten, dass dies die einzige mögliche Perspektive ist.

    Wie auch immer. Ich wünsche dir sehr, dass du lernen kannst, mit dir selbst zufrieden zu sein - und (spätestens) dann auch die Erfüllung deiner Sehnsüchte zu finden.

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  4. Liebe Anima,
    ich danke dir sehr dafür, dass du an mich denkst.

    Was ich dir wünsche, ist etwas oder jemand, der dieses Vermissen auch an schlechten Tagen lindert.
    Ich denke fest an dich.

    Deine Belle

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  5. Ich spüre dein Vermissen. ♥
    Und es tut mir so leid, dass sie dich nicht in ihr Leben lässt. Es tut mir so leid, dass du das entbehren musst. Und ich wünschte, du hättest eine Familie (gehabt), die zu dir steht. Und mit der du sprechen kannst. Über alles.

    -

    Dankedankedanke für deinen Kommentar. Ich hätte gerne schon früher geantwortet, war aber so furchtbar blockiert. Und eigentlich weiß ich nicht mal jetzt, was ich schreiben soll. Vielleicht nur, dass ich mich von dir in dieser Hinsicht sehr viel besser verstanden fühl(t)e, als von meiner (sonst ja tollen) Therapeutin.
    Ja, richtig - ich will gar nicht absolut nicht mehr leben, ich will so nicht mehr leben. Mit der ganzen Symptomatik, der immer wieder einbrechenden Vergangenheit, der für mich in großen Teilen unsicheren, beängstigenden Zukunft, der Gegenwart, die für mich gerade und schon seit x Jahren oft so quälend ist. (Ich will nicht behaupten, dass ich kein Mensch bin, der über vieles lachen kann und gute Momente erleben darf. Und ich helfe mir mit meinem Humor, so gut ich kann. Aber.) Und der Punkt ist, ich weiß nicht, wie ich mich (ich absehbarer Zeit, nicht erst in 10 oder 20 Jahren oder wasauchimmer) aus meiner Situation befreien kann. Außer durch Suizid. Und das macht mich verzweifelt. Die Durchhalteparolen machen mich verzweifelt. Die Angst. Die immer wiederkehrende Depression. Das Gefühl der Ohnmacht, weil sich nichts ändert. Weil /es/ nie vorbei geht. Weil weil weil. Und dann kommt jemand und packt die Verantwortung für das Leben meines Partners noch oben drauf. Und erwischt leider mal gerade das Argument, der für mich als einziges wirklich zieht. Na super.
    Wenn ich wild rumträumen könnte? Dann hätte ich gerne einen weitgehend symptomfreien Alltag ohne Flashbacks, Alpträume, Stimmen, die wollen, dass ich mich aufhänge etc. Eine Zukunft, die mir keine lähmende Angst verursacht. Finanzielle Unabhängigkeit. Genug Energie für einen normalen, meinetwegen auch nur halben Arbeitstag. - Und das alles ist ja schon viel zu viel verlangt und unerreichbar. Ich beneide Menschen, die das alles haben so sehr.
    Tut mir leid. Eigentlich will ich nicht so rumheulen. Ich versuche dann mal wieder, etwas positiver zu sein.
    Jedenfalls danke fürs Zuhören <3

    Alles Liebe dir.

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  6. Liebe Anima,
    es ist so schwer, etwas darauf zu sagen, etwas, das richtig ist und dir nicht wehtut. Ich habe geträumt... geträumt davon, dass ich sie ausfindig gemacht habe. Herausgefunden habe, wo sie arbeitet. Dann habe ich mich bei ihr angemeldet, als Patientin, und als ich vor ihr saß, habe ich ihr von dir erzählt. Dass du lebendig bist, so viel mehr als zuvor, dass du lachst und weinst und trotz Angst weitergehst, immer weiter. Und ich habe ihr erzählt, dass du sie sehr, sehr vermisst. Davon, dass dein Heute nicht mehr dein Gestern ist. Zuletzt habe ich sie gefragt, warum ihr Gestern noch immer ihr Heute ist. Sie hat geweint. Und dann bin ich aufgewacht.
    Ich möchte so gern glauben, dass sie irgendwo weint, auf ihre Art, aber ich weiß es nicht.
    Du starke, tapfere, liebe, liebe Anima.
    Es muss so unendlich weh tun.

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