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Dienstag, 21. Juli 2015

Selbst.erniedrigung

Nachts
falle ich durch die Zeiten, durch die Jahre, falle durchs selbstgesponnene
Netz.
Der Aufprall ist hart.
Ein so viel jüngeres Ich
steht vor Euch,
wimmernd, bittend, flehend, sehnend
dass es aufhören möge.

Nachts
verkaufe, verrate, vernichte ich jegliche meine
Würde,
indem ich bettle,
Euch anbettle,
mir mein Ich zu vergeben, nachzusehen, zu ignorieren -
und mich dennoch anzunehmen.

Nachts
wird die Gewalt
zu einem Akt der Nächstenliebe,
weil ich es so und nicht anders
verdiene.

Nachts,
werde ich zu einer jungen
Hure,
die Euch auch dafür noch zu danken
versucht.

Nachts
habe ich keine Kontrolle
über meine Gefühle,
mein Sehnen,
mein Anbiedern,
meine Schamlosigkeit.

Nachts
entäußere,
entblöße,
entsetze
ich mich.




Und muss am
Tag
mit dieser Fremden
atmen, fühlen, gehen.
Ihre Schuld


ertragen.

7 Kommentare:

  1. Guten Morgen:)
    Wir haben in Southwark gewohnt im Holiday Inn. Das ist so eine Hotelkette. Das war ganz okay, vom Hotel her und super von der Lage. Wir haben uns für eher weniger Hotel und mehr Lage entschieden, weil wir sowieso nur zum Schlafen da waren. Ich war glücklich mit unserer Entscheidung.
    Ja, es war Spass, Leben, glücklich sein, Quality-Time zu zweit, Grenzen ausloten, neues Essen probieren, über sich selbst lachen, Träume erfüllen, einen Selfie-Stab benutzen, neue Träume wecken, Grossstadt spüren, einfach Leben.
    Ich sitze gerade frisch aus der Dusche, bei kühlen 23 Grad in der Küche und frage mich, warum ich überhaupt dusche. Ich habe schon wieder so heiss:( Für eine Hellhaut wie mich echt eine schwere Zeit. Va ist die Luftfeuchtigkeit hier stark angestiegen. Das macht schon 25 Grad unerträglich. Aber heute soll es noch gewittern hier.
    Gestern sind wir um halb 10 noch los zur Gelateria und haben uns jeder zwei Kugeln Eis geholt. Ich mach mich gut, oder? :)

    Du hast es gerade wieder sehr schwer, was? Ich wünsch dir, dass du auch irgendwie Ablenkung finden kannst...
    Dem Fellmonster geht es wieder besser?

    Schick dir ne Umarmung,
    Emilia

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  2. Liebe Anima,

    ein Gedankengefängnis. Hässliche Gedanken verpackt in schöne Worte. Gitterstäbe nehmen den Blick in die Freiheit, wie sie wirklich ist.
    Ja, die Gedanken werden schwächer. Bis sie einen wieder einholen, wenn man sich schon weit vorne glaubt. Rückfälle sind Aufprälle. Um dann wieder weiterzugehen. Aufzustehen. Die Gedanken werden vielleicht niemals stoppen, aber man selbst auch nicht - wir lernen mit der Zeit, mit ihnen (gut) zu leben.

    Alles liebe, special effects

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  3. wer
    wenn nicht du
    im hier
    und jetzt
    könnte das kleine
    verängstigte ich
    von damals
    an die hand nehmen
    es trösten
    und sagen
    "ich hab dich lieb
    du hattest keine wahl."

    <3

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  4. Liebe Anima,

    ich danke dir mit ganzem Herzen für deinen Kommentar.
    Er hat dafür gesorgt, dass etwas von der Einsamkeit gewichen ist.
    Danke für deine Worte, ich habe sie mir ausgedruckt, um sie mir immer wieder durchlesen zu können.

    Ich wünsche dir, dass du das kleine Kind an die Hand nehmen kannst, ihm deine Stimme geben kannst, damit du und es, ihr, zur Ruhe kommen könnt.

    Ganz liebe Grüße,
    Alaska

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  5. Oh du liebe Weltenseele, das klingt hart und traurig. Darf ich ein "noch ist es so" hinzufügen? Ich denke, es gibt die Chance auf Veränderung, nicht von jetzt auf gleich, aber dennoch... bis du selbst dazu bereit bist, würde ich gerne ein paar tröstende Gedanken an die Kleine senden - wenn ich kanndarf?
    Alles Liebe und ganz viel Kraft <3

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  6. Liebe Anima,
    es freut mich sehr, dass du gerne von mir liest. Es tut mir leid, dass ich selten etwas Positives schreibe (obwohl es mir mit dem jetzigen Post gelungen ist, wie ich finde ^^)

    Ja ich glaube auch ... im Moment geht es auch wieder. Und ich weiß auch, dass das Glücksgefühl eher ein Momentgefühl ist aber ... manchmal geht dieser Moment eben einfach unter, wenn da so viel schmerzhaftes ist.

    Danke, aber ich denke, ich werde keine Tabletten mehr nehmen. Mir ging es mit Medikamenten immer schlechter als ohne ...

    Danke.
    Das tut mir leid ...

    "Ich glaube, die Sechsjährige, die kleine Lovely, brächte ein Meer an Liebe, Verständnis und Zuwendung. Einen Raum für ihren Schmerz, die Wut, das Erschrecken, den Ekel, die Scham.....
    so lange es dauert.
    Wenn die kleine Lovely all das nie bekommt, wie sollst du frei leben können?"
    Wie lustig, dass du mir genau das unter meinen Post geschrieben hast und ich dir nun genau das zurückgeben kann.

    "Ein so viel jüngeres Ich
    steht vor Euch,
    ...
    Und muss am
    Tag
    mit dieser Fremden
    atmen, fühlen, gehen.
    Ihre Schuld


    ertragen."
    Wie kann diese jüngere Version von dir Schuld tragen? Mach ihr keine Vorwürfe. Sie war klein und sie hatte nicht die Wahl, zu entscheiden. Da ist keine Schuld. Da ist großer Schmerz und großes Unrecht - das dir zugefügt wurde.
    Meine Kleine braucht ein Meer an Liebe, Verständnis und Zuwendung? Deine Kleine braucht ebenso viel! Wir sind da, sie zu trösten und zu beschützen, weil damals niemand da war, das für uns zu tun.
    Mach dir keinen Vorwurf. Und wenn du dir einen Vorwurf machst - machst du dann auch mir einen Vorwurf? Nein? Warum nicht? Weil ich ein Kind war? Weil ich nicht die Möglichkeit hatte, anders zu wählen? Gut - was unterscheidet uns dann voneinander?
    Wenn du es nicht kannst, dann würde ich gerne dein jüngeres Ich im Arm halten, bis der Schmerz und die Scham und alles andere allmählich abebbt und du sagen kannst "Nichts davon ist meine Schuld". Bis du nichts mehr zu ertragen hast ...

    Alles Liebe und Nächte und ruhige Nächte
    Lovely

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