Wie geht es mir?
Ich finde langsam zurück in die Gegenwart. Es ist mühsam, wie ein Auftauchen durch Schlick, es kostet Kraft und Anstrengung und ich fühle mich die ganze Zeit über schmutzig und beschmutzt. Ich dusche und wasche mich, es ändert nichts. Der Schmutz sitzt unter der Haut und im Kopf. Ich bin traurig und wütend und dann wieder nichts davon, dann bin ich leer und mag mich noch weniger.
In meinen Nächten sind die Täter so nah, dass ich sie riechen kann, hören, sehen und dazwischen springt die Gegenwart aus meinem Gehirn und zaubert absurde Begegnungen, die so nie waren und nie hätten sein können.
Tagsüber funktioniere ich wieder und ärgere mich, dass mein Körper Bedürfnisse hat, er hat nicht müde zu sein und schon gar nicht hungrig. Mir wird schnell schlecht und dann esse ich doch wieder zu viel.
Das Fellmonster frisst Katzenscheiße, bis ich es anbinde und zuhause bürste ich ihm das Maul mit Zahnpasta und einer Nagelbürste, weil wir keine Zahnbüsrte in Reserve haben. Es hat sich wieder eine Pfote aufgeschnitten und es haart und stinkt irgendwie nach Pups, aber ich hab es trotzdem lieb.
Meine Klientin wiegt die Puppe und redet ununterbrochen auf sie ein, ich streichle ihr dünnes Haar und gebe ihr etwas zu trinken: "Trinken, Frau S., trinken Sie bitte!" Sie hält das Glas in ihren Händen und weiß nicht, was ich von ihr möchte.
Ich habe mein neues Handy, es ist weiß und neu und ich mag es. Unter den Whatsappkontakten ist H. noch gespeichert und kurz gucke ich mir ihr Profilbild an, im alten Handy war die Nummer gelöscht. Ein Winterkind. Aber noch ist ja erst Sommer.
Meine Freundin ist zurück aus den NL und ich freue mich und meine Kliniktherapeutin meldet sich nicht, bestimmt ist sie im Urlaub und ich schreibe, "Wenn Sie einfach keine Zeit haben, ist das natürlich auch in Ordnung" und frage mich, warum ich lüge.
Ich habe Stella versetzt und falls du das liest - es tut mir leid, ich bin nicht gut in diesen Dingen!
Jetzt werde ich duschen und danach genauso schmutzig sein wie vorher.
Ganz viel Verständnis für dein Fühlen und Sein und Mitfühlen und auch die Hoffnung, dass es wieder besser wird.
AntwortenLöschen<3
Fühl dich mal gedrückt, wenn du magst. <3
AntwortenLöschen<3 Du bewegst so viel. Nicht nur in dir drin, sondern auch nach außen. Mich. Danke, Anima.
AntwortenLöschenDie Zeit nach solchen Nicht-Tage ist hart, nicht wahr? Du bist eine tapfere Kämpferin und meisterst das alles so gut. Straucheln und stolpern ist vollkommen okay, das gehört dazu.
AntwortenLöschenIch hab dich sehr lieb, weißt du das?
Deine Anna.