Obwohl meine Eltern nur etwa zwei Stunden Fahrt entfernt leben, hatten wir uns zuuletzt an Weihnachten gesehen. Woran lag das? Nicht, dass unser Verhältnis besonders schlecht ist. in der Tat hat es sich in den letzten Jahren sooooo verbessert. Sie haben mich in der extremen Zeit zwischen 2011 und 2014 so gut unterstützt, wie sie es aus der Entfernung und im Rahmen ihrer Kräfte konnten.
Sie thematisierten, wenn auch selten, ihre Sorge. Ohne Vorwürfe. Ohne Streit. Aber mit viel Hilflosigkeit und Liebe.
Wir sahen uns letztlich deshalb so selten, weil die Arbeit meinen Mann und mich so wahnsinnig fordert und wir fast nie auch nur ein komplettes Wochenende frei haben. Oft sind wir einfach froh, einige Stunden für uns zu zweit zu haben - und Entspanung. Da wollte ich ihm nicht noch vier Stunden Fahrerei zumuten.
Aber diese lange Zeit nur mit Telefonaten oder SMS führt natürlich zu einer Entfremdung. Ich wünschte mir mehr Nähe, Verständnis für meine Veränderung, Anerkennung, Stolz. Und war traurig, weil ich es nicht bekam. Im Gespräch mit meinem Freund wurde mir erst bewusst, dass das sicher auch an den seltenen Besuchen liegt, deshalb haben wir uns vorgenommen, das zu ändern. Wir planen, künftig alle paar Wochen (idealerweise einmal im Monat) zu einem Brunch zu ihnen zu fahren. Meine eltern freuten sich sehr darüber.
Gestern sind wir dann zum ersten Mal seit Dezember! hingefahren!
Die Fahrt ging gut und gegen elf waren wir dort! Das Fellmonster tobte sofort durchs Haus und den Garten - sie ist ein Gartenhund (wir haben leider keinen)! Und der Garten meiner Eltern ist wirklich eine grüne Oase......Seufz! Wunderschön!
Dann gabs fürs Monsterchen ein Schweineohr *mampf* und für uns ein riesiges liebevolles Frühstück. Mir fiel es nur am Rande ab und zu auf, wie entspannt ich das genießen konnte. Wir saßen beieinander, ich aß, worauf ich Lust hatte und genoß die Auswahl :-)).
Es wurden keine ernsteren Themen angesprochen, es war einfach angenehm und nett. Und heiß!
Ich versuchte dann noch, beiden mein altes Smartphone zu erklären, was aber nicht gut klappte - ich habs trotzdem dort gelassen *g* Auch wenn für meine Mutter das Internet eine Art Geheimmacht ist, die, wenn man sich darauf einlässt, dich unterwandert und alle geheimen Daten (zum Beispiel die im grünen Aktenordner hinten links im Schreibtisch....*g* Nee, so natürlich nicht, aber so ähnlich) klaut.
Gegen 18 Uhr waren wir wieder hier und beide totmüde.
Es war schön und tat uns allen gut.
Bis bald!
Ja, also Poulet ist das Fleisch vom Huhn...:)
AntwortenLöschenNe, das stand heute morgen in der Zeitung, und schwirrte mir so im Kopf herum. Aber mir wurde nicht gekündigt. Ich habe ja noch nicht mal angefangen zu arbeiten...
Das klingt doch schön mit deinen Eltern:) Man muss nicht immer über ernste schwere Themen sprechen und es gibt ein ganzes Leben ausserhalb der Essstörung. Es ist gut, spricht man zwischendurch über anderes und lässt das Leben einfach leben sein. Finde ich zumindest!
Drück dich,
Emilia
Hab's zwar schon geschrieben, aber dennoch nochmal: Es freut mich so, so sehr, dass ihr einen schönen Tag zusammen hattet - du, dein Partner, deine Eltern und natürlich auch dein Fellmonster :)
AntwortenLöschenEine liebe Umarmung sendet dir
Anna