Aber der regelrechte Fanatismus, mit dem die Autorin einen Lebenstil mit hohem Sportpensum, eiweißlastiger Ernährung, niedrigem Körperfettanteil, möglichst niedrigem BMI (BMI 20 als erstrebenswertes Ideal), Kalorienzählen und -berechnen (Lebensmittel abwiegen etc) anpreist, nein mehr: glaubt man ihr, ist das der EINZIG richtige, gesunde (!) Weg, die einzige Lebenweise, die jemand, der intelligent, aktiv, gesundheitsbewusst, achtsam ist, leben kann - der ärgert mich. (ja, ich bräuchte nicht mehr lesen.....aber es reizt mich wohl. Irgendwie.)
Eine Weile las ich ihre "Ergüsse" nur noch flüchtig, das Triggerpotential reduzierte sich, ich konnte abstand nehmen.
Bis ich grade eben ihren aktuellen Blogpost las.
ACHTUNG TRIGGER:
"Mir wurde eine spannende Doku zugeschickt, mit Verweis auf eine (leicht) untergewichtige Magersüchtige, bei der eine Körperfettanalyse durchgeführt wurde, mit wirklich schockierendem Ergebnis: 28% Körperfett.
Während sie also laut BMI für ihre Größe ein zu niedriges Körpergewicht aufweist, ist ihr Körperfettanteil mit 28% sogar “leicht Übergewichtig”.
Wie bereits im Buch thematisiert, erhöhen Essstörungen das Risiko, “Skinnyfat” zu werden.
So merkwürdig das sein mag, aber diese untergewichtige Frau hat tatsächlich auch Übergewichts-assoziierte Krankheitsrisiken wie Diabetes wegen ihres relativ gesehen zu hohen Körperfettanteils.
In so einem Fall ist es natürlich problematisch, wenn nur auf einen “gesunden BMI” fokussiert wird und die einzige Intervention in einem Kalorienplus besteht, ohne begleitenden Muskelaufbau. In der Therapie von Magersucht ist das teilweise (je nach Klinik und Therapie) üblich. Da Sport von Magersüchtigen oft exzessiv im Rahmen ihrer Krankheit ausgeübt wird*, werden oft sogar Sportverbote verhängt. Im Falle einer solchen Patientin würde dies allerdings bedeuten, dass der zu hohe Körperfettwert sogar noch erhöht wird.
(...)
Der große Rest der Untergewichtigen dürfte eher Skinny oder Skinny-fat sein und braucht nicht (noch) mehr Fettgewebe sondern eher ein paar Kilo Muskeln. Sich möglichst schnell mit kalorienreichen Lebensmitteln wie Öl, Nüssen oder Süßigkeiten “aufzufetten” ist dabei dann eher eine Scheinlösung, denn der BMI wird dann zwar unauffällig, aber gesünder ist das trotzdem nicht.
Die gesundheitlich sinnvollere Lösung wäre in diesem Fall, mit Krafttraining zu beginnen, auf ausreichend Protein und Nährstoffe für den Muskelaufbau zu achten und ein kleines Kalorienplus zu essen um keine Fettmasse abzubauen. Eine Frau kann etwa ein Pfund, ein Mann etwa ein Kilogramm Muskelmasse pro Monat aufbauen. 100-200 Extrakalorien pro Tag bei ausreichender Eiweißzufuhr, würden also zu einer langsamen Zunahme an Muskelmasse ohne Verlust von Fettmasse führen.
Bei leicht(!) Untergewichtigen wäre das aus meiner Sicht die sinnvollste Lösung, auch wenn es auf die Art relativ lange dauert, den BMI zu erhöhen. Als Mann arbeitet man dann etwa 3 Monate an einem BMI-Punkt, als Frau sogar noch etwas länger.
Bei schwer Untergewichtigen muss natürlich auch das Körperfett erhöht werden und es ist sinnvoller, ein höheres Kalorienplus zu essen, um schnell ein oder zwei BMI-Punkte aufzustocken. Am Ende halte ich es für wichtiger, auf eine ausgewogene Körperzusammensetzung zuzusteuern und nicht ausschließlich auf den BMI zu fokussieren."
ICH BIN WÜTEND!
Diese Frau, das ist mir klar, hat keine, aber auch gar keine Erfahrung und Ahnung von Essstörungen, unabhängig davon, ob sie Psychotherapeutin ist oder sich quer durchs Internet durch diverse Studien liest (allerdings logischer Weise sehr selektiv und zT werden die Zahlen in ihrem Buch falsch zitiert). Sie kommt vom anderen Ende, hat, brutal gesagt, ihr bisheriges Leben fett verbracht. Dann hat sie es durch Willensanstrengung (Sport, reduzierte Ernährung) geschafft, von 130 auf 63kg abzunehmen. Eine beachtliche Leistung. Aber was sie jetzt entwickelt, erinnert mich doch stark an anorektische Menschen, die irre stolz darauf sind, wie viel sie abgenommen haben, welche Disziplin sie an den Tag legen und die sich sehr abwertend über dicke und "undisziplinierte" (aka keinen Sport treibende) Menschen äußern. Die Wucht ihrer Emotionalität ist so gar nicht....gesund.
Und was sie da jetzt hingekotzt hat, ist einfach - scheiße.
Weil sie einen wesentlichen, zentralen Faktor völlig, aber vollkommen außer Acht lässt:
Dass magersüchtige (und bulimische) Menschen schwer psychisch krank sind!!
Dass es eine psychische Komponente gibt, die nichts oder nur wenig mit dem Körperfettanteil und der Körpermassezusammensetzung zu tun hat.
Und dass es ungleich viel wichtiger ist, auf kognitive Dysfunktionen und verquere, irregeleitete Annahmen und Denkmuster einzugehen, bsp die Unterteilung von Lebensmitteln in "gut" und "schlecht", das absurde Bewegungsverhalten (nie sitzen, nur stehen, gehen usw um möglichst viele Kcal zu verbrennen). Diese zu lösen um endlich, endlich den großen Druck von diesen Menschen zu nehmen:
DU DARFST ESSEN.
Du darfst alles essen.
Du musst nicht jeden Tag Sport machen.
Du darfst dich ausruhen. Du darfst entspannen. Du darfst zunehmen.
Es ist in Ordnung.
Wie viele Magersüchtige wollen, wenn sie schon zunehmen (müssen), "gesund" zunehmen und statt Fett Muskeln aufbauen?
Lasst mich mal überlegen .... ich schätze 100 von 100?
So, und nun noch ein wissenschaftliches Faktum zum Schluss, das beinahe anekdotischen Charakter hat:
Wenn stark untergewichtige Personen zunehmen, entwickelt sich bei den meisten deutliches Bauchfett. Während Arme und Beine verhältnismäßig dünn bleiben, lagert sich um die Bauchregion deutliches Fett an. Dazu kommen noch Blähungen, die durch ein verwirrtes Verdauungssystem entstehen und zT über Monate hinweg bestehen bleiben, was besagte Region zusätzlich aufschwemmt. Aber Studien haben ergeben, dass im Vergleich mit gesunden Kontrollgruppen das sogenannte "trunk fat" über einen langen Zeitraum nach Erreichen eines gesunden Gewichts erhöht blieb.
Quelle
Quelle
Quelle
Das zu akzeptieren ist verdammt, verdammt hart und anstrengend. Wenn dann noch eine ahnungslose Ex-Fette daher kommt und was von "skinny fat" erzählt, und wie wichtig es doch ist, Muskeln aufzubauen (und wie gefährlich das böse Bauchfett ist!), dann .... you get it.
Übrigens: Eine weitere Studie vergleicht anorektische und übergewichtige Frauen und deren Körpermassenzusammensetzung. Prozentual gesehen hatten die Magersüchtigen den höchsten Muskelanteil und die übergewichtigen den niedrigsten. Quelle
Und sie sind im Durchschnitt deutlich aktiver als normale Kontrollpersonen, auch während einer Klinikzeit. (hier , falls ihr WIRKLICH eine Quelle braucht *gg*). dh die "Sorgen" der Bloggerin, Magersüchtige würden zu "skinny fat" aufgefüttert, sind unbegründet, zumal alle Therapieprogramme, die ich kenne, moderate Bewegung und sogar Sport (BMI-gebunden) beinhalten.
Hier übrigens eine tolle Sporttherapeutin und ihr Projekt.
So und zusammenfassend sage ich jetzt ganz undiplomatisch:
YES :-)
AntwortenLöschenLiebe Anima,
AntwortenLöschendeine Wut in Ehren, aber ich verstehe dich auch nicht. Du weisst doch, dass dieser Blog Gift ist für dich. Also entfolge. Rufe ihn nicht mehr auf. Und wenn du das nicht schaffst, lass ihn von deinem Freund mit Passwort sperren. Oder such dir eine andere Möglichkeit, dass es dir verunmöglicht ihn zu lesen.
Ja, dieser Blog ist schrecklich. Aber anscheinend findet sie ja eine Menge Leute, die sie toll finden, mit dem, was sie schreibt. Das ist aber nicht dein Problem. Du musst auf dich aufpassen, die anderen auf sich.
Es ist nunmal so, dass man im Internet ziemlich viel Blödsinn schreiben darf, ohne dass das verboten wäre. Ist die Meinung einer hochgradig Gestörten nicht irgendwo auch egal? Du WEISST doch, dank Therapie mit guten Leuten, was richtig und was falsch ist. Es ist doch offensichtlich, dass sich diese Bloggerin die Realität so hinbiegt, wie es ihr gerade passt. Ihr Problem, nicht deins.
Und ich sage dir auch gerne noch einmal, dass ich es nach wie vor falsch finde, dass du so einen Blog verlinkst. Auf deiner "For your information" Seite ist dieser Blog nach wie vor verlinkt. Du weisst, wer wir, deine Blogleser sind. Du erlebst ja selbst, was der Blog mit dir anrichtet, also weise nicht noch andere auf hin, die ihn von selbst gar nicht gefunden hätten!
Löse dich von den Dingen, die dir nur schlecht tun. Du musst diesen Blog nicht lesen. Es gibt so viele Blogs da draussen, da gibt es doch sicher Ersatz für diesen einen, der dich so triggert.
Du musst auch nicht diese Frau vor ihrer Dummheit retten oder sie von irgendeiner richtigen Studie überzeugen. Soll sie tun, was sie tut und ihre Anhänger um sich scheren. Nicht dein Problem!
Ich hoffe, du weisst, dass ich das nicht böse meine.
Hab einen guten Wochenstart,
Emilia
Allein die Bilder auf dem angesprochen Blog, den. Ich übrigens nicht kannte... Warum liest do so einen Mist? Wenn ich bei Instagram über diese Fitness-Junkies stolpere, die sich von "Questbars" ernähren, verlasse ich den Account sofort. Dieser Trend zur Körperoptimierung ist genauso krank wie eine der bekannten Essstörungen! Allmählich realisiert das ja auch die Psychologie. Gu so, denn Sport in Kombi mit der ach so gesunden (ohne Süßes etc versteht sich...) kann auch schnell zur Sucht werden!
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