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Dienstag, 25. August 2015

Bulimie

Nicht oft aber ab und zu gibt es diese Momente Stunden. Dann esse ich Xy und plötzlich ist mir übel. Es steht mir im Hals und ich kann spüren, wie es sich in meinem Magen ausbreitet. Es will raus!
Dann liege ich im Bett und warte ab. Ich stelle mir vor, wie ich aufs Klo gehe um zu kotzen. Ich kann mir jede einzelne Bewegung vorstellen, ich kann vor mir sehen, wie das, was aus mir herausschießt, aussieht. Ich kann mir vorstellen, wie erleichtert und befreit ich mich hinterher fühle.
Ja, kurzfristig wäre das der idealste Weg aus Übelkeitichbinzuvoll.
Aber eben nur für diesen Moment.
Also warte ich und halte aus. Es ist beschissenekelhaftwiderlichanstrengendzumkotzen.
Aber wenn ich nicht aktiv erbreche, bleibt es drin.
Irgendwann schlafe ich ein, wache immer wieder auf, voller Panik, träume vom Kotzen.
Ich habe die typischen Gedanken daswarzuvielwarumkannstdudichnichtzusammenreissenduwirstfett-
Es
ist
hart.
Und ich ärgere mich entsetzlich, überhaupt was gegessen zu haben lernstduesdennniedudummekuh.
Trotzdem - gekotzt wird nicht. Es geht vorbei.

Ich schreibe das für alle die Bulimiker, die sich ihrer Krankheit ausgeliefert fühlen und denken, sie könnten nichts dagegen tun. Ihr könnt! Und ja, es ist scheisseanstrengend, auch für mich immer noch und immer wieder!


Und machbar.
 

1 Kommentar:

  1. Liebe Anima,

    BOAH, ICH BEWUNDERE DICH SO SEHR! :-)
    Wenn jemand versteht, wie hart es ist, dann wir. Aber weißt du was? Dieses "Wir schließt mich ja aus, denn ich weiß nur, wie hart es ist, mit der Krankheit zu leben. Und vielleicht noch, wie hart es ist, die Anorexie hinter sich zu lassen. Und das ist schon schlimm genug. Was du in den Momenten, die du beschreibst, leistet, ist fast übermenschlich. Aber eben auch nur fast. Du bist diesbezüglich ein GANZ GANZ großes Vorbild für mich. Du zeigst, dass es machbar ist. Danke.

    Alles liebe und viel Kraft.
    Special effects

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