Bei einer Sucht entstehen in den synaptischen Verbindungen im Gehirn, besonders zum Belohnungszentrum, autobahnähnliche Spuren. Sie sind breit und gut ausgebaut und ausAfolgtB: ungutes Gefühl=> Essen, viel zu viel => Erbrechen = Erleichterung/Scham/schlechtes Gewissen.
Diese Autobahnen bleiben.
Ja, scheiße, aber sie bleiben nun einmal.
Und in heiklen Situationen springt sofort das Suchtgedächtnis an und kreischt: Iss! Iss dich vollvolleramvollsten, das beruhigt/lenkt dich ab/befriedigt/macht Spaß/unterdrückt flashbacks (ja, HEILIGE SCHEIßE, auch das!!!!)/tröstet/baut Spannung ab/trägt dich über die Zeit!
Alarmalarm.
Kein Kontrollverlust, sondern geplante (??) Kontrollreduktion.
Ich benutze die Autobahnen noch. Allerdings zu Fuß. Ich heize nicht mehr mit 200km/h aufs Klo zu, das alles mit nimmt, das Essen, die Wut, den Flashback, das Gefühl, die Völle, mich.
Aber ich bin zu müde, heutegesternmontag, um von der bequemen Autobahn herab zu treten und mich ins Gebüsch zu schlagen, wo ich seit noch nicht einmal einem Jahr den Trampelpfad austrete, der dasGegenteilvonessgestört ist und immer noch so oft mühevoll. Ichmagnicht.
Heute möchte ich über die Autobahn rennen, so viel Freiheit
( - so viel LÜGELÜGELÜGE, nichts daran wird mich frei machen!!),
ich möchte essen, obwohl ich nicht hungrig bin, ich möchte meinen Bedarf nehmen und schlafen, ich möchte nichts spüren -
heute nacht besuchte mich die
ANGST
sie setzte sich auf meine Brust (keineluftkeineluftkeine) und stöhnte mir ins Ohr,
derhimmelsoblau
-
Ich esse, mein Magen ist jetzt schon zu voll und ich esse weiter,
ich werde nicht erbrechen.
Gefahr.
treffender hätte man es wohl kaum beschreiben können. es ist wirklich so schwer sich von den gewohnten wegen zu lösen und dabei weiß man doch, dass es einen frei machen könnte. ich glaube oft ist es einfach die angst. aber was soll schon passieren? dass man tatsächlich gesund wird? viel zu verlieren hat man auf der ausgetretenen autobahn ja wohl nicht. aber da hilft glaube ich, sich anzusehen was man schon hinter sich gelassen hat. hinfallen und wiederaufstehen - wie immer.
AntwortenLöschenich wünsche dir eine menge an kraft und mut und furchtlosigkeit und über allem vertrauen, wenn du dich weiter durchs gebüsch schlägst. es wird sich lohnen! ♥
Liebe Weltenseele,
AntwortenLöschenes ist schade, dass du den anderen Post gelöscht hast.
Ich bewundere, dass du es schaffst, nicht zu erbrechen, das machst du wirklich, wirklich gut. Verzeih, wenn ich jetzt in ein Fettnäpfchen trete, aber ist das Essen ohne Erbrechen nicht sehr viel schwieriger als sich von den Essanfällen abzuhalten? Würde dir nicht geregeltes Essen helfen, mit einem Plan, der Optionen offen hält, bei dem du Wahlmöglichkeiten hast, ohne in unkontrolliertes Emotionsessen zu verfallen?
Melde dich bitte, wenn es irgendetwas gibt, was ich für dich tun könnte. Ich denke an dich!