Liebe Ihrdadraußen,
ja, ich habe gestern einen Post eingestellt und wieder gelöscht. Denn es war ein sehr persönlicher Text und nach zwei Stunden dachte ich so: Uhhh, nee, lieber doch nicht.
Wer ihn von euch gelesen hat, dem danke ich trotzdem für die lieben Worte.
Welchen Stellenwert hat das Bloggen für euch in eurem Leben? Warum schreibt man Worte und Worte und veröffentlicht diese anschließend? Wann ist das Tagebuch mit Schloss-und-Schlüssel aus der Mode gekommen? Und wer von euch hatte früher genau so eins?
Manche Jugendliche antworten auf die Frage: Was willst du einmal werden?
-> Youtubestar
Das Internet hat unsere Welt in einer Weise verändert, die nur diejenigen (noch) verstehen können, die sich an eine Welt davor erinnern. Ich merke, dass mich vieles noch verunsichert und ich nicht weiß, wie ich damit umgehen möchte. Mein Mann hat für sich eine sehr klare Linie, er benutzt das Internet intensiv, verfasst aber keinerlei eigene Beiträge und benutzt keine social medias. Er käme wohl nie auf die Idee, etwas mehr oder weniger Persönliches zu veröffentlichen.
Ich habe in ihm einen Mensch, mit dem ich alles teilen kann. Warum verspüre ich das Bedürfnis, mich an eine Öffentlichkeit zu wenden, die mir doch ganz unbekannt ist? Warum verschenke ich meine Worte, wenn ich gar nicht weiß, ob nicht jemand sie nimmt und darauf herum trampelt?
Trotzdem mag ich die Bloggerwelt, zumindest manche Länder der Bloggerwelt. Manche Bloggerinnen würde ich gerne einmal treffen. Im Rl.
Die Sprache ist im Inet auch anders.
*lol*
*glg*
Liebe Anima,
AntwortenLöschenTana French als Autorin sagt mir gerade gar nichts.
Es gibt viele Bücher, die ich sehr gerne mag. Am meisten beeindrucken mich "Mio, mein Mio" und "Brüder Löwenherz" von Astrid Lindgren sowie "Lucas" von Kevin Brooks.
"Sehnsucht war ein seltsames Wort, aber es war so treffend. Wie jede andere Sucht ließ sie sich mit Willenskraft beherrschen, aber heilen konnte man sie nie."
Dass es dir nicht leicht fällt, die Seiten zu verlassen, kann ich verstehen. Und es liegt dir ja auch etwas an C.. Ich wünsche dir den Willen, dir selbst wichtiger zu werden als es fremde Blogger sind.
Mein Freitag war benzinineinerpfützeschillerndfarben.
Das Bloggen ist mir wichtig, aber den höheren Stellenwert haben die Menschen im echten Leben. Ich blogge, um mich selber an die Hoffnung zu erinnern. Aber der wichtigste Grund für mich ist, dass ich inspirieren möchte im Hinblick darauf, dass es besser werden kann. Ich weiß, wie sich das tiefe Tal anfühlt, aber ich weiß inzwischen auch, wie frei es am Gipfel des Berges ist.
Und dieses Gefühl möchte ich teilen, ich möchte es nicht für mich beanspruchen, so viel mehr Menschen haben es verdient.
Welche Blogger würdest du gerne mal im echten Leben treffen?
Ich wünsche dir eine gute Nacht und ein Näschen Ohrenduft vom Fellmonster.
Alles Liebe,
Feli
Ich habe einen Blog, weil es glaube ich gut tut, gelesen zu werden. Worte, die man nicht nur einschließt - gleichzeitig führe ich weiterhin ein Tagebuch, mit intimen Gedanken. Es ist schön, sich kurz vor dem Schlafen nochmal ganz klassisch mit Tinte auf Papier auszuschreiben und die Gedanken dann zur Seite zu legen. Aber es ist auch schön, hier zu schreiben, Rückmeldungen zu haben, andere zu lesen, sein Leben zu "teilen", wortwörtlich. Vielleicht grade, wenn man normalerweise kein schweigsamer Mensch ist, nicht von Natur aus, wenn man nur schweigt, weil man nicht gut reden kann, weil da zu viele Worte im Kopf sind und man Zeit und Geduld braucht, sie zu sortieren. Dann tut bloggen gut. Wie Reden, nur ein bisschen langsamer. Und weniger laut.
AntwortenLöschenLiebe Anima,
AntwortenLöschenich fand es sehr schön, diesen persönlichen Text von dir zu lesen. Er machte dich verletzlich und doch so nahbar.
Ja, es kann passieren, dass auf den Worten herumgetrampelt wird und es kann auch passieren, dass man beschimpft wird. Das musste ich leider alles schon selbst erfahren. Doch es gibt auch die andere Seite: Man lernt wunderbare Menschen kennen, die verstehen, was man meint und weshalb es einem geht, wie es einem geht.
Ich blogge, weil ich hier Verständnis bekomme. Ich blogge, weil ich hier Menschen treffe, denen leider ähnliches oder gleiches widerfahren ist und die deswegen nachvollziehen können, was ich empfinde. Ich treffe hier Menschen, die im richtigen Moment die richtigen Dinge schreiben. Ich blogge, weil ich hier die Dinge sagen darf, die ich im echten Leben verbergen muss.
Ich treffe hier Menschen, die mir nicht sagen: "Stell dich nicht so an, iss einfach!" Sondern ich treffe hier Menschen, die mir sagen: "Ja, es ist schwer. Aber schau mal, ich habe es so geschafft. Vielleicht wäre das eine Option für dich?" Das bedeutet mir sehr viel. Denn das ist es, was mir hilft. Nicht das, was die Leute in meinem tatsächlichen Umfeld sagen.
Früher hatte ich auch Tagebücher mit Schloss und Schlüssel. In einem Anfall von Wut und 'das soll jetzt alles vorbei sein' habe ich sie in einer Nacht und Nebelaktion im Wald verbrannt. Die Erinnerungen sind leider geblieben. Dann schrieb ich sehr lange in einem Worddokument. Es hat heute mehrere hundert Seiten. Irgendwann vor ein paar Monaten entschloss ich, es mal zu versuchen mit dem bloggen. Und es war eine gute Idee:)
Schreiben hilft mir, runterzukommen. Es lässt mich für einen Moment durchatmen, wenn es draussen ist. Da sind so viele Dinge, die ich nicht aussprechen kann. Deswegen schreibe ich sie. Und wenn, wie hier, sogar eine Reaktion darauf kommt, hilft es mir, damit weiterzukommen. Manchmal hilft es auch einfach, zu hören, ich verstehe dich. Ich weiss, was du meinst. Dann fühle ich mich nicht mehr so alleine, so einsam, so anders. Ich fühle mich dann mehr wie ein Mensch. Weil ich verstanden werde.
Ob jemand Youtube-Star, Model oder Popstar werden möchte, ist doch einerlei. Das sind Teenagerträume mit wenig Substanz. Klar kann grundsätzlich jeder Youtuber oder Popstar werden. Doch die meisten vergessen wohl, was alles dahinter steckt. Um einen erfolgreichen Kanal zu haben, musst du nicht nur innovativ und voller Antrieb stecken, sondern auch die Fähigkeit haben, unterhalten zu können. Du musst intrinsisch motiviert ständig Videos in gewisser Qualität liefern und immer neue Ideen haben, ein gewisses Gefühl für Marketing, .... So einfach ist das alles nicht. Die Youtuber, mit grossen Kanälen, die davon leben können, arbeiten bedeutend mehr, als ein 9-5 Job. Das sind kleine selbständige Unternehmer, die nicht nur ein bisschen vor der Kamera herumhampeln. Wer es schafft, hat meinen vollen Respekt.
Die meisten geben wohl schon beim ersten Video auf. Wenn sie merken, dass das alles doch nicht so easy ist. Bis zum ersten Geld dauert es dann nochmal richtig lange.
Ich finde nicht, dass man vor dem Internet Angst haben muss. Sicherlich gehören gewisse Dinge nicht hierher. Aber es bietet so viele Möglichkeiten und Chancen, ich wollte nicht mehr darauf verzichten. Wahrscheinlich bin ich aber ein bisschen jünger als du? Für mich gehört das Internet nämlich seit ich etwa 9 Jahre alt bin, dazu. Deswegen kenne ich eine Welt ohne eigentlich gar nicht.
Vielleicht sehe ich das aber auch so, weil ich als Musikerin sowieso immer exponiert bin und ein Webauftritt das Normalste der Welt für mich ist.
Auch ich würde manche Blogger gerne mal treffen:) Wen würdest du denn gerne mal kennenlernen?
Alles Liebe,
Emilia
Liebe Anima,
AntwortenLöschenwie kommt es, dass mein Kommentar unter deinem Post um 14:46 Uhr veröffentlicht ist? Um diese Zeit war ich gar nicht am Laptop.
Ich erinnere mich nicht, dass ich unter deinen Post geschrieben habe. Und wenn doch, weiß ich leider nicht, wo ich meine Worte dazu wieder finden sollte. Kann man das irgendwo nachschauen, was man Anderen geschrieben hat?
Karlsson vom Dach mochte ich auch nicht so gerne.
Okay, das ist doch eine gute Ausgangsposition (; Ich denke, das ist auch vernünftig, sich nicht zu sehr in fremde Leben hineinzuhängen.
Ob Benzin in einer Pfütze umwelttechnisch schädlich ist, weiß ich gar nicht so genau. Du hattest mich nach der Farbe meines Freitags gefragt und farblich hat die Metapher gut gepasst.
Irgendwie habe ich den Text von "Über den Wolken" anders im Kopf. Aber vielleicht hab ich auch nie richtig zugehört (;
Danke für das Märzchen. Das ist eine schöne Idee.
Ich wünsche dir einen guten Märzanfang (trotz Fellmonsterattacke) und dass du erste Frühlingsboten entdecken kannst.
Alles Liebe,
Feli
Liebe Anima,
AntwortenLöschendas eigentlich Wichtige ist für mich auch nicht das Veröffentlichen, sondern das Niederschreiben, das In-Worte-Fassen der Gedanken, das Bewusstmachen und somit die Auseinandersetzung.
Warum ich blogge? Ich habe es letztes Jahr schon einmal (zugegebenermaßen einigermaßen unfreundlich) wie folgt formuliert:
"Dieser Blog dient mir als Therapietagebuch. Das bedeutet, ich schreibe für mich, auch wenn ich selbstverständlich den sich daraus ergebenden Austausch mit anderen Betroffenen schätze. Der Blog ist keine Autobiografie, keine Lebensbeichte, keine chronologische Auflistung der Stationen meines Lebens, sondern meine ganz persönliche Form der Auseinandersetzung mit meinen momentanen Gedanken, Gefühlen und Lebensumständen. Ich habe nicht vor, hier irgendwelche voyeuristischen Neigungen zu befriedigen. Wem es darum geht, sich am Elend Anderer zu ergötzen, möglichst detailreich ausgemalt, der ist an dieser Stelle bedauerlicherweise falsch. Mir ist bewusst, dass vieles im Dunkeln bleibt und sich manch eine(r) vielleicht mehr Information erhofft, aus welchen Gründen auch immer. Fragen dürfen gerne gestellt werden - allerdings bitte klar als solche deklariert (das bedeutet: mit einem Fragezeichen dahinter). Jedoch werde ich auch weiterhin nur das beschreiben, was ich wirklich teilen möchte, und weglassen, was ich für mich zu behalten wünsche. Schlussendlich bin ich nur einem Menschen auf dieser Welt Rechenschaft schuldig, und dieser bin ich selbst."
Einen schönen Sonntagabend wünsche ich dir,
A.
Liebe Anima,
AntwortenLöschenich habe es auch nicht als Kritik aufgefasst.
Das Benzin in der Pfütze hat etwas Vielfältiges, gleichzeitig aber etwas Negatives. Deshalb habe ich es bewusst gewählt.
Ich habe eine alte Freundin wieder getroffen, wir waren gemeinsam essen und es war schön. Und wie hast du den Märzanfang ruhig verbracht?
In den Zwanzigern.
Ich wünsche dir eine gute Nacht und viel Kraft in deiner intensiven Woche.
Alles Liebe,
Feli